Para-Badminton-Begründer verstorben

Klaus Pöhler verstarb am 13.April völlig überraschend im Alter von 74 Jahren. Er war nach einem Unfall seit 1969 aktiver Rollstuhlsportler und Gründungsmitglied der RSG Langenhagen.

Nach einer langen Karriere im Rolli-Basketball gehörte seine Liebe dem Rolli-Badminton, das vor der Jahrtausendwende aus den Niederlanden kommend mehr und mehr Freundinnen und Freunde in Deutschland fand. Klaus war an der Verbreitung in den nächsten Jahren maßgeblich beteiligt. So brachte er sich in seinem Verein, aber auch national zuerst im Bereich “Nationale Spiele” des DBS, später dann im Fachbereich Para-Badminton im DRS als Vorstandsmitglied und unverzichtbarer Helfer immer wieder ein.

Für Klaus stand die Vermittlung der Spielfreude, die Menschen beim Badmintonsport erfahren können, im Vordergrund. Damit gelang es ihm viele Anfängerinnen und Anfänger zu motivieren und an die RSG Langenhagen oder Rolli-Badmintongruppen anderer Vereine zu binden. Er fuhr, beladen mit Sportrollstühlen, zu Schnuppertagen quer durch Deutschland. „Integra“, also das gemeinsame Spiel von Menschen mit und ohne Handicap als Doppel auf dem Standard-Badmintonfeld, ist seine Erfindung, die es ermöglicht, alle Anwesenden in der Sporthalle in die Aktivität einzubeziehen. So wurde er Vorreiter der Integration im Breitensport.

Wenn es ihm möglich war, nahm er an Para-Badminton Spieltagen und Deutschen Meisterschaften zumindest in den Doppeldisziplinen teil. Dabei errang er so manche Medaille. Bei seinen Gegnern waren seine Spielübersicht und sein Händchen für kurze Crossbälle gefürchtet.

Wir verlieren mit Klaus Pöhler nicht nur einen Wegbereiter des Para-Badmintonsports in Deutschland in einer Zeit, in der sich neben anderen deutschen Spielerinnen und Spielern mit Thomas Wandschneider ein ehemaliger Langenhagener für die Premiere des Badminton-Wettbewerbs bei den Paralympics in Tokio qualifiziert, sondern einen auch außerhalb der Sporthalle außergewöhnlichen Menschen, der immer positiv und dem Gesprächspartner zugewandt war.

Als guten Freund wollen wir ihn in Erinnerung behalten.

Günter Klützke (Para-Badminton im DRS)


Klaus Pöhler im Gemischten Doppel mit Monika Meinhold (Foto: RBG Dortmund)